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Stoff – Ein Spitzengeschäft : Die kolonialen Kontinuitäten der heimischen Textilindustrie in Vorarlberg, Samstag, 4.4.26, 17 Uhr

today4. April 2026

Stoff – Ein Spitzengeschäft : Die kolonialen Kontinuitäten der heimischen Textilindustrie in Vorarlberg

Diese Diskussion fand am 14. März 2026 im Rahmen des 10. Human Vision Film Festival im Spielboden in Dornbirn statt. Anlass dieser Diskussion war die Premiere von „Stoff – Ein Spitzengeschäft„, einem Film von den Regisseurinnen Anette Baldauf, Chioma Onyenwe, Joana Adesuwa Reiterer, Katharina Weingartner.

Im Anschluss an den Film diskutierten die Regisseurinnen Anette Baldauf und Katharina Weingartner gemeinsam mit den Protagonistinnen Nurcan Bakmaz, Teresa Reiter und Sandra Schoch über das, was in Vorarlberg selten benannt wird: die kolonialen Kontinuitäten der heimischen Textilindustrie – und ihre sehr realen Auswirkungen bis heute.

Moderation: Alicia Allgäuer (Internationale Zusammenarbeit, Volkshilfe Österreich)

Das Filmgespräch ist on air am Samstag, 4.4.2026 um 17 Uhr zu hören oder kann hier jederzeit nachgehört werden: https://cba.media/763595

Worum geht´s im Film?

Der Dokumentarfilm „STOFF“ folgt einer wenig beachteten Verbindung zwischen Nigeria und Österreich, erzählt anhand von Stoffen und ihrer Geschichte. Er spannt einen Bogen von den Stoffmärkten in Lagos über die Stickereifabriken in Lustenau bis zu den historischen Grundlagen des europäischen Wohlstands. Koloniale Handelsverflechtungen anhand von Textilien werden untersucht und deren fortwirkende Machtverhältnisse sichtbar.

Im Zentrum des Films steht die Beziehung zwischen der nigerianischen Journalistin Ireti Bakare-Yusuf und der ehemaligen Vorarlberger Exportmanagerin Margarethe Bösch. Zwei Frauen, die auf unterschiedlichen Seiten eines kaum bekannten, aber tief in koloniale Strukturen eingebetteten Handelsnetzes stehen. Ausgehend von dieser Perspektive werden im Film die historischen Grundlagen des europäischen Reichtums offengelegt: Leinenstoffe aus Österreich, der Schweiz und Deutschland dienten im 17. und 18. Jahrhundert als zentrale Währung im transatlantischen Handel mit Versklavten. Baumwolle aus den Südstaaten der USA, produziert durch versklavte Arbeit, wurde zum sogenannten „weißen Gold“ Europas. Die Geschichte des globalen Textilhandels ist damit auch eine Geschichte von Ausbeutung, Gewalt und kultureller Wiederaneignung, deren Strukturen bis heute wirksam sind.

Dokumentarfilm | AT 2025 | R: Anette Baldauf, Chioma Onyenwe, Joana Adesuwa Reiterer, Katharina Weingartner| 88’ OmdU

Besten Dank an Simon Inou, Sendungsmacher bei Radio Orange 94.0, dem freien Radio Wien, der diesen Beitrag im Sendungsarchiv der freien Radios veröffentlicht hat.

Geschrieben von: Monika

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